Investmentmarkt Deutschland Q3 2023

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    Transaktionsvolumen

    Der deutsche Gewerbeinvestmentmarkt ist auch im dritten Quartal 2023 durch zurückhaltende Investmentaktivitäten gekennzeichnet. Weiterhin finden Käufer und Verkäufer nur bedingt zusammen. Allerdings haben in den letzten drei Monaten einige größere Pakete zum besten Quartalsergebnis des laufenden Jahres geführt. So sind in den Monaten Juli bis September Gewerbeinvestments in Höhe von 6,44 Mrd. Euro verzeichnet worden. Dieses Resultat ordnet sich 52 % unter dem Vorjahresniveau (Q3 2022: 13,47 Mrd. Euro) bzw. 54 % unter dem Schnitt der Q3-Ergebnisse der letzten fünf Jahre ein (Q3 18 – Q3 22: 14,06 Mrd. Euro).

    Für die ersten neun Monate 2023 summiert sich das Transaktionsvolumen auf insgesamt 16,27 Mrd. Euro. Ein schwächeres Abschneiden wurde zuletzt in den ersten drei Quartalen 2012 mit 14,8 Mrd. Euro erfasst. Die Abnahme sowohl gegenüber dem Vorjahr (Q1-Q3 22: 41,19 Mrd. Euro) als auch im Vergleich zum Schnitt der letzten fünf Jahre (Q1-Q3 18 –Q1-Q3 22: 39,66 Mrd. Euro) liegt im Bereich von 60 %.

    Zinsseitig sollte der Investmentmarkt den größten Schock hinter sich haben. Parallel sind mit der abnehmenden Inflation und der wirtschaftlichen Abkühlung sogar auch wieder Zinssenkungen in den nächsten 24 Monaten denkbar.

    Der aktuelle Rückgang des Transaktionsvolumens spiegelt sich gleichwohl bei Einzel- als auch Portfoliotransaktionen wider. Erstgenannte haben von 28,05 Mrd. Euro in 2022 (Q1-Q3) auf aktuell 12,30 Mrd. Euro bzw. um 56 % abgenommen. Bei Paketen beläuft sich die entsprechende Abnahme auf 70 %, womit diese nun 3,98 Mrd. Euro erzielen. Insbesondere der Verkauf des X+bricks Handelsportfolios im Bereich von einer Mrd. Euro an Slate Asset Management hat dieses Segment gestützt.

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    Transaktionsvolumen nach Assetklassen

    Daneben sind nennenswerte Pakete mit Logistikimmobilien erfasst worden. Dazu zählt beispielsweise ein 50 %-Anteil an fünf Logistikparks für ca. 560 Mio. Euro, den Deka Immobilien von VGP übernommen hat. Des Weiteren hat Clarion Partners von Blackstone ein Portfolio aus fünf Logistikimmobilien für 264 Mio. Euro erworben.

    Infolge des größten Deals des laufenden Jahres, der Veräußerung von 188 Lebensmittelmärkten an Slate Asset Management, präsentieren sich Einzelhandelsimmobilien aktuell als stärkste Assetklasse auf dem Investmentmarkt. Das hier erfasste Transaktionsvolumen beträgt 4,73 Mrd. Euro, womit deren Marktanteil auf 29,1 % steigt. Damit weist diese Assetklasse mit einem Minus von einem Viertel auch die geringste Abnahme gegenüber dem Vorjahr auf. Nahezu gleichauf zeigen sich Lager- und Logistikimmobilien, die mehrere Portfolios im dreistelligen Bereich aufweisen und insgesamt 4,00 Mrd. Euro verbuchen, sowie Büroimmobilien, die auf ein Investmentvolumen von 3,90 Mrd. Euro kommen. Bei Letzteren ist aktuell die Zurückhaltung bei größeren Tickets am deutlichsten zu spüren. Die „sonstigen Nutzungen“ erzielen in den ersten neun Monaten 2023 in Summe 3,64 Mrd. Euro. Davon können 550 Mio. Euro Hotelimmobilien zugeordnet werden. Mit einem Minus von 58 % im Vorjahresvergleich haben diese ihre schwache Marktperformance ebenfalls fortgesetzt.

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    Ausblick

    Die herausfordernde Gemengelage auf dem gewerblichen Investmentmarkt wird in den nächsten Quartalen anhalten. Zumindest an der Zinsfront scheint sich Klarheit abzuzeichnen, so dass für das kommende Jahr verhaltener Optimismus aufkommt. Ein „Anspringen“ des Marktes wird allerdings frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2024 erwartet. Insofern dürfte sich das Gesamtresultat auf dem deutschen Investmentmarkt am Ende 2023 auf dem niedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre befinden.