Büromarkt Frankfurt am Main H1 2023

Inhaltsverzeichnis
    Add a header to begin generating the table of contents

    Büromarkt Frankfurt am Main

    Der Frankfurter Büroflächenmarkt inklusive Eschborn und Offenbach-Kaiserlei ist im zweiten Quartal 2023 weiterhin von zurückhaltenden Marktaktivitäten geprägt. Für die Monate April bis Juni 2023 ist ein Flächenumsatz durch Vermietungen und Eigennutzer in Höhe von 91.300 m² erfasst worden, womit das Ergebnis des ersten Quartals 2023 zwar leicht übertroffen wurde (82.800 m²), es nach Q2 2020 (46.900 m²) und Q2 2022 (87.800 m²) jedoch das drittschwächste zweite Quartal seit 2014 (75.600 m²) ist. Insgesamt summiert sich das Umsatzergebnis für die ersten sechs Monate 2023 auf 174.100 m². Damit bewegt sich das Resultat klar unterhalb des Schnitts der ersten Halbjahre der vorangegangenen zehn Jahre.

    Bildschirmfoto 2026-02-10 um 11.20.01

    Die Deal-Anzahl befindet sich mit 222 erfassten Abschlüssen im ersten Halbjahr 2023 weiterhin auf einem niedrigen Niveau und notiert 14 Deals unter dem Vorjahr. Die zwischenzeitliche Zuversicht auf eine schnellere Marktbelebung hat sich aktuell wieder gelegt. Die wirtschaftlichen Aussichten trüben sich ein und Suchprozesse nehmen mehr Zeit in Anspruch. Zugleich finden bei realisierten Abschlüssen teilweise Flächenverkleinerungen statt, was zum einen auf die Umsetzung neuer Arbeitsplatzkonzepte zurückzuführen ist, zum anderen aber auch ökonomisch begründete Einsparungen widerspiegeln kann. Das Volumen an Mietvertragsverlängerungen nach aktiver Marktsondierung ist im Vergleich zum Jahresanfang leicht angestiegen und befindet sich nach den ersten sechs Monaten bei 68.000 m². Damit bewegt es sich jedoch unter dem Vorjahreswert (100.000 m²). Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass in der derzeitigen Gemengelage Unternehmen dazu tendieren, ihre Mietverträge kurz- bis mittelfristig ohne aktive Marktsondierung zu prolongieren und erst einmal abzuwarten.

    Flächenumsatz nach Lage

    Bildschirmfoto 2026-02-10 um 11.20.12

    Trends des ersten Quartals haben sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Demnach fehlen unverändert große Abschlüsse oberhalb der 10.000-m²-Marke. Zudem weist das Segment unterhalb der 2.500-m²-Schwelle im Jahresvergleich weiterhin Umsatzabnahmen auf. Zuwächse des Umsatzes haben hingegen erneut die Größencluster von 2.501 bis 10.000 m² verbucht. Kleinere Abschlüsse unterhalb der 1.000 m²-Marke liegen mit 69.400 m² 4 % unter dem Vorjahresvolumen. In der Größenklasse 1.000 bis 2.500 m² beträgt der Umsatzrückgang 22 %, womit hier nun 33.400 m² erzielt werden. Die darauffolgenden Cluster von 2.501 bis 5.000 m² sowie von 5.001 bis 10.000 m² zeigen Zuwächse in Höhe von 143 % bzw. 61 %, womit hier in Summe ein Flächenumsatz von 71.300 m² unter dem Strich steht.

    Zu den größten Anmietungen des zweiten Quartals zählt der Abschluss von Eintracht Frankfurt, die einen neuen Mietvertrag für das Objekt in der Otto-Fleck-Schneise 7 unterzeichnet hat und nun das ganze Gebäude mit rund 8.800 m² beziehen wird. Daneben wurden zwei größere Anmietungen an der Messe erfasst. American Express hat sich dabei für ca. 5.000 m² im „The Spin“ entschieden und State Street wird ca. 4.900 m² im „ONE“ belegen. Mit den größeren Abschlüssen im zweiten Quartal können „Banken, Finanzdienstleister & Versicherungen“ zum Ende des ersten Halbjahres ihren Marktanteil leicht von 23,0 % im Frühjahr auf nun 24,6 % bzw. 42.900 m² ausbauen. Es folgen die Gruppen „Kommunikation, IT & EDV“ mit 17.200 m² sowie „Bau- & Immobiliengewerbe“ mit 16.900 m².

    Anmietungen in Premiumobjekten in der Bankenlage sowie in Projekten bzw. Neubauten im Teilmarkt Messe/Europaviertel haben das durchschnittliche Mietniveau erneut ansteigen lassen. So beträgt die Durchschnittsmiete mittlerweile 24,90 €/m² – ein Plus von 20 Cent gegenüber dem Vorquartal oder von 7,8 % gegenüber dem zweiten Quartal 2022. Bei der Spitzenmiete von 46,00 €/m² zeigt sich sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahreswert keine Veränderung. Weiterhin erwartete Abschlüsse in Premiumentwicklungen in der Bankenlage deuten aber auf einen spürbaren Anstieg der Spitzenmiete in der zweiten Jahreshälfte hin.