Transaktionsmarkt Wohnportfolios
Der Transaktionsmarkt für Wohnportfolios* in Deutschland präsentiert sich zum Jahresanfang 2023 mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Quartalsergebnis. Rund 2,0 Mrd. Euro sind in den vergangenen drei Monaten umgesetzt worden, was das schwächste Ergebnis seit dem zweiten Quartal 2014 darstellt. Das Vorquartalsresultat ist um annähernd 1 Mrd. Euro verfehlt worden, der Vorjahresstart sogar um über 2 Mrd. Euro. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Erstquartalsvergleich der vergangenen fünf oder zehn Jahre. Hier liegt das Mittel bei 6,2 bzw. 5,6 Mrd. Euro und damit um 4,2 bzw. 3,6 Mrd. Euro über dem jetzigen Ergebnis.
Marktüberblick
Transaktionen 2010 – 2023
Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen sind die Marktaktivitäten auf dem Wohnportfoliomarkt deutlich zurückhaltender als in den Vorjahren. Die hohe Inflation und steigende Zins- bzw. Finanzierungskosten führen käuferseitig zur Notwendigkeit sinkender Preise, die verkäuferseitig aber weiterhin nur selten akzeptiert werden. Dies hat zu einem Einbruch des Transaktionsgeschehens geführt. Vor allem die in den Vorjahren den Markt häufig dominierenden Immobilienaktiengesellschaften, die mit hohen Fremdkapitalanteilen erhebliche Bestände erworben haben und dabei für die großen Wohnportfoliotransaktionen verantwortlich waren, zeigen zurückhaltende Ankaufsaktivitäten. Vor dem Hintergrund einer hohen Verschuldung, steigenden Zinsen und fallender Immobilienaktienkurse steht der Fokus nun auf Eigenkapitalsicherung und -erhöhung. Infolgedessen sind die börsennotierten Immobiliengesellschaften momentan auch stärker auf der Verkäuferseite aktiv und werden dies in den kommenden Monaten auch weiter ausbauen.
Dementsprechend dominieren eigenkapitalstarke Anleger vor allem aus dem Inland das aktuelle Marktgeschehen. Potenziale ergeben sich durch die auch weiterhin steigenden Mieten, wodurch sich die Ertragsperspektive verbessert. Der Wohnraumbedarf in Deutschland ist nicht nur groß, er nimmt auch immer weiter zu. Die von der Bundesregierung vorgegebenen Neubauziele werden bei weitem nicht erreicht. Gleichzeitig wächst die Nutzernachfrage nach Mietwohnraum, u.a. durch die hohe Flüchtlingszuwanderung, aber auch durch einen Anstieg ehemals potenzieller Eigenheimkäufer, die sich dies allerdings vor dem Hintergrund der aktuellen Bauzinssituation immer seltener leisten können und nun wieder auf den Mietmärkten in Erscheinung treten.
Transaktionsanzahl nach Investorentyp