Büromarkt Frankfurt am Main
Der Frankfurter Büroflächenmarkt inklusive Eschborn und Offenbach-Kaiserlei ist im zweiten Quartal 2024 unverändert von Zurückhaltung geprägt. Für die Monate April bis Juni 2024 ist ein Flächenumsatz durch Vermietungen und Eigennutzer in Höhe von 88.400 m² verzeichnet worden. Damit wurde das bereits schwache Vorjahresquartal um weitere 3,2 % und der langfristige Schnitt der zweiten Quartale um 13,3 % unterschritten. Für die ersten sechs Monate 2024 summiert sich der Flächenumsatz auf 181.500 m², womit er leicht über dem Vorjahr notiert (H1 2023: 174.100 m²). Die größten Abschlüsse im bisherigen Jahresverlauf – die Anmietung der EZB im Gallileo in der Gallusanlage 7 mit 36.800 m² aus dem ersten Quartal sowie der zuletzt getätigte Eigennutzerkauf der Projektentwicklung Hauptwache 1 durch die Frankfurter Sparkasse mit rund 7.200 m² Bürofläche – machen rund ein Viertel des Umsatzes aus. Ohne diese beiden Deals wäre das erste Halbjahr 2024 nach den ersten sechs Monaten 2020 die zweitschwächste erste Jahreshälfte der letzten 20 Jahre gewesen.
Die sehr zurückhaltende Umsatzdynamik zeigt sich gleichfalls in der geringen Anzahl an erfassten Abschlüssen. Mit registrierten 207 Deals ist der zehnjährige Schnitt der ersten Halbjahre um 25 % bzw. 71 Deals verfehlt worden (H1 2014 – H1 2023: 278 Abschlüsse). Mietvertragsverlängerungen nach aktiver Marktsondierung sind in den ersten sechs Monaten für rund 74.000 m² Bürofläche erfasst worden. Es deutet sich für das Gesamtjahr bei den Verlängerungen ein überdurchschnittliches Volumen an.
Flächenumsatz nach Lage
Die gesunkenen Umsatzaktivitäten zeigen sich im ersten Halbjahr 2024 unverändert in den Größenclustern unterhalb der 1.000-m²Marke sowie im Bereich zwischen 2.501 und 10.000 m². Im Vorjahresvergleich hat sich insbesondere im Segment von 5.001 bis 10.000 m² das Volumen um mehr als zwei Drittel reduziert. Die Größenklasse 1.001 bis 2.500 m² bewegt sich leicht über Vorjahresniveau. Oberhalb der 10.000-m²-Marke ist der Großabschluss der EZB erfasst worden, während in den ersten sechs Monaten 2023 in diesem Segment gar kein Abschluss stattfand.
Die größten Deals des Jahres bis Ende Juni tragen signifikant dazu bei, dass die Gruppe der „Banken, Finanzdienstleister & Versicherungen“ mit 65.600 m² bzw. 36,2 % Marktanteil den höchsten Umsatz in diesem Zeitraum verzeichnet. Dahinter reihen sich „industrielle Produktion & verarbeitendes Gewerbe“ mit 19.500 m² sowie das „Bau- & Immobiliengewerbe“ mit 16.400 m² ein, dicht gefolgt von „Unternehmensberatung, Marketing & Marktforschung“ mit 15.400 m². Unter den Teilmärkten dominiert die Bankenlage mit 59.300 m² und damit einem Marktanteil von 32,7 %. Daneben sind vor allem Eschborn mit 18.000 m², die Stadtmitte mit 15.700 m² sowie der Flughafen mit 11.000 m² durch eine höhere Nachfrage gekennzeichnet.
Die aktuelle Preissensitivität eines Großteils der Büronutzer drückt sich in einer wieder leicht sinkenden Durchschnittsmiete aus. Gegenüber dem Vorquartal hat diese um 0,40 €/m² und im Vergleich zum Vorjahr um 0,30 €/m² auf 24,60 €/m² abgenommen. Die Spitzenmiete hat sich hingegen vorerst auf dem erreichten Niveau von 47,50 €/m² eingependelt, wenngleich derzeitige Angebote sowie Mietvertragsverhandlungen auf einen zusätzlichen Anstieg hindeuten. Unverändert ist eine visible Nachfrage nach hochwertigen ESG-konformen Flächen in zentralen Lagen erfassbar. Projekte, Neubauten und Revitalisierungen bleiben gefragt und sind für über 40 % des Flächenumsatzes verantwortlich. Insgesamt sind für neuwertige Flächen deutlich höhere Mieten als für Bestandsobjekte erzielt worden. Im Schnitt liegt die erreichte Miete in neuwertigen Objekten im ersten Halbjahr bei 32,90 €/m² – ein Drittel über der durchschnittlichen Gesamtmarktmiete.