Wohnmarktbericht Frankfurt und Umland 2024/2025

Table of contents
    Add a header to begin generating the table of contents

    Quo vadis Wohnungsmarkt?

    Wir freuen uns, Ihnen den aktuellen Wohnungsmarktbericht für unseren Heimatmarkt Frankfurt am Main vorzustellen, den wir in diesem Jahr – anders als sonst – aufgrund der politischen Entwicklungen der letzten Wochen mit einem Blick auf die aktuellen Entscheidungen und möglichen Auswirkungen für die Zukunft starten, bevor wir die allgemeinen Rahmenbedingungen erläutern und die Entwicklungen des hiesigen Wohnungsmarktes der letzten Monate analysieren.

    In der Vergangenheit ließ sich mit etwas Fantasie meist eine recht verlässliche Prognose für die Zukunft ableiten. Doch in diesen bewegten Zeiten mit zahlreichen Einflussfaktoren ist die Dynamik so hoch, dass Einschätzungen oft schon nach wenigen Wochen überholt sind.

    Aufgrund der langsam seit Mitte 2024 fallenden Bauzinsen im 10 Jahresbereich (damals bei rund 3,75 %) konnte man zum Jahresende eine zunehmende Zuversicht im Markt feststellen. Sowohl Investoren als auch Privatanleger waren auf den Markt zurückgekehrt und es fanden wieder Transaktionen statt. Leider war das aber nur ein kurzer Lichtblick am Horizont, da im Nachgang zu der vorgezogenen Neuwahl des Bundestags und dem angekündigten Finanzpaket von bis zu einer Billion Euro innerhalb von wenigen Tagen ein Zinsanstieg von rund einem halben Prozent zu verzeichnen war. Zinszusagen bzw. indikative Zinskonditionen der Hausbanken wurden oftmals zurückgenommen und führten so zu einem merklichen Anstieg der Finanzierungskosten beim Käufer.

    Mit dem Abschluss des Koalitionsvertrages sind einige neue Leitplanken gesetzt. Die Verlängerung der Mietpreisbremse in Verbindung mit Bußgeldern bei Verstößen schafft aber erst mal keinen zusätzlichen Wohnraum. Auch beim sozialen Wohnungsbau bleibt zu klären, wer diesen letztlich umsetzen soll, wenn parallel die Baukosten nicht zuletzt aufgrund von inflationären Tendenzen und den aktuellen Zollstreitigkeiten steigen. 

    Gerade in Ballungsgebieten ist es ein sportliches Ziel, dass der Staat gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft Neubauten realisieren will, die aufgrund von staatlichen Förderungen garantierte Miete von unter 15 Euro pro Quadratmeter zulassen. Und auch in Bezug auf die Wiederbelebung des freifinanzierten Wohnungsbaus bleibt es abzuwarten, was passieren wird. So soll zumindest zeitlich befristet die Förderfähigkeit des EH55-Standards wiederhergestellt werden, um den aktuellen Bauüberhang zu aktivieren (Anzahl genehmigter Bauvorhaben, die bisher noch nicht umgesetzt wurden).

    Ein neuer Investitionsfonds für den Wohnungsbau ist ebenfalls geplant, um hier durch die Vergabe von Eigen- und Fremdkapital bei Investitionen im Zusammenspiel von öffentlichen Garantien (z. B. der KfW) und privatem Kapital den Wohnungsbau nicht zuletzt von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften zu unterstützen. Zudem sollen Käufergruppen wie Familien, die aktuell fast vollkommen als Nachfrager beim Wohneigentum weggefallen sind, durch eine "Starthilfe Wohneigentum" wieder für den Immobilienmarkt gewonnen werden. „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Ob und welche der genannten Maßnahmen zum Zeitpunkt Ihrer Lektüre noch aktuell sind, bleibt offen. Sicher ist nur: Wir stehen Ihnen weiterhin für den Austausch zur Verfügung und freuen uns darauf, Sie bei Ihren Immobilienprojekten zu unterstützen.