Transaktionsvolumen Einzelhandel
Der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien zeigt weiterhin abnehmende Aktivitäten. In den Monaten April bis Juni 2023 sind insgesamt 1,14 Mrd. Euro an Einzelhandelsverkäufen erfasst worden. Damit präsentiert sich das zweite Quartal noch schwächer als in den drei Monaten zuvor (Q1 2023: 1,60 Mrd. Euro). Das Halbjahresergebnis 2023 von 2,74 Mrd. Euro liegt 41 % unter dem 5-jährigen Mittel (H1 2018 – H1 2022. 4,66 Mrd. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Abnahme in Höhe von einem Viertel verzeichnet worden (H1 2022: 3,63 Mrd. Euro). Unverändert ist auch der Einzelhandelsinvestmentmarkt durch ein Missverhältnis bei den Preisvorstellungen zwischen Angebots- und Nachfrageseite geprägt. Hinzu kommt das aktuell schwierige konjunkturelle Marktumfeld, was eine Marktbelebung zusätzlich behindert.
Die Reduzierung des Transaktionsvolumens ist primär auf ein gesunkenes Volumen bei Einzeldeals zurückzuführen. Die erfassten 1,73 Mrd. Euro bewegen sich rund ein Drittel unter dem Vorjahr. Hier sticht die anteilige Übernahme des KaDeWe in Berlin durch die thailändische Harng Central Department Store Ltd. hervor. Das Portfoliovolumen liegt mit 1,01 Mrd. Euro hingegen im Bereich der ersten sechs Monate 2022, was einem Marktanteil von 36,9 % entspricht. Die anteilige Übernahme an sechs Shopping Centern durch die Deutsche Euroshop im dreistelligen Millionenbereich zählt weiterhin zu den größten Paketverkäufen im bisherigen Jahresverlauf.
Transaktionsvolumen nach Käuferherkunft
Unter den Käufernationen dominiert Deutschland mit einem Investmentvolumen in Höhe von 1,59 Mrd. Euro. Dahinter reihen sich Thailand, Luxemburg sowie Israel ein. Im Bereich der Investorentypen bestimmen „offene Immobilienfonds / Spezialfonds“ sowie „Corporates“ das Marktgeschehen mit 31,6 % bzw. 29,4 %.
Transaktionsvolumen nach Einzelhandelstyp
Geschäfts-, Kauf- und Warenhäuser, die bereits im ersten Quartal das höchste Transaktionsvolumen erreichen konnten, haben ihre Pole-Position auch im zweiten Quartal verteidigt. So stehen hier nach dem ersten Halbjahr 1,55 Mrd. Euro an Investments, ein Plus von 59 % im Vergleich zum Vorjahr. Hierbei spiegeln sich der anteilige Verkauf des KaDeWe sowie des Galeria Weltstadthauses, die sich beide in Berlin befinden, wider. Dahinter folgen Supermärkte, Discounter, Fachmärkte / Fachmarktzentren mit 0,84 Mrd. Euro – ein Rückgang zum Vorjahr von 63 %. Auf ShoppingCenter entfallen 0,35 Mrd. Euro (-11 %).
Spitzenrenditen Einzelhandel
Im zweiten Quartal 2023 hat sich der Renditeanstieg in nahezu allen Einzelhandelsbereichen fortgesetzt. Bei Geschäftshäusern beträgt der Zuwachs in den einzelnen Top-5 Märkten bis zu 10 Basispunkte, lediglich in München ist ein Plus von 5 Basispunkten erfasst worden. Damit betragen die Spitzenrenditen im Geschäftshaus-Segment 3,85 % in Berlin, 4,00 % in Düsseldorf, 3,95 % in Frankfurt und Hamburg sowie 3,80 % in München. Für lebensmittelgeankerte Einzelhandelskonzepte beträgt die Spitzenrendite zum Ende des zweiten Quartals nun 4,60 %, ein Plus von 0,10 %Punkten. Fachmarktzentren verzeichnen einen Anstieg von 0,20 %-Punkten auf 4,70 %. Weiterhin stabil zeigen sich erstklassige Shopping-Center mit 5,30 %. Die Resilienz des lebensmittelgeankerten Einzelhandelsbereiches dürfte in der zweiten Jahreshälfte eine wichtige Stütze der Investmentaktivitäten sein. Daneben befinden sich aktuell auch einige Portfolios in der Vermarktung, die sich positiv auf das Gesamtjahresergebnis auswirken dürften. Dennoch wird 2023 mit einem weit unterdurchschnittlichen Resultat enden.
Spitzenrenditen Top-5
Spitzenrenditen nach Assetklassen