Transaktionsvolumen Einzelhandel
Der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien hat sich in den ersten drei Monaten 2023 zurückhaltend gezeigt. Weiterhin haben Käufer und Verkäufer bei der Preisfindung noch nicht zusammengefunden. So ist mit registrierten 1,60 Mrd. Euro der zweitschwächste Jahresstart innerhalb der letzten zehn Jahre verzeichnet worden. In der jüngeren Vergangenheit hat nur das erste Quartal 2021 mit 1,33 Mrd. Euro schlechter abgeschnitten. Dementsprechend notiert das aktuelle Resultat auch 25,4 % unter dem Vorjahresniveau (Q1 2022: 2,15 Mrd. Euro) bzw. 36,9 % unter dem Schnitt der letzten fünf Q1-Resultate (Q1 2018 – Q1 2022: 2,54 Mrd. Euro).
Das Dreimonatsergebnis ist durch einen relativ hohen Portfolioanteil – vor allem im Vergleich zu den anderen Assetklassen – gestützt worden. Zum einen kommt hier die anteilige Übernahme an sechs Shopping Centern durch die Deutsche Euroshop im dreistelligen Millionenbereich zum Tragen. Zum anderen sind im Segment der Fach- und Supermärkte noch kleinere Portfolios im zweistelligen Millionenbereich verzeichnet worden. Im Einzeltransaktionssegment sticht die anteilige Übernahme des KaDeWe in Berlin durch die thailändische Harng Central Department Store Ltd., hinter der die Central Group steht, hervor. Dieser Verkauf geht mit einem dreistelligen Millionenbetrag in die Statistik ein.
Transaktionsvolumen nach Käuferherkunft
Mit dem größten Einzelhandelsdeal des bisherigen Jahres positioniert sich Thailand knapp vor Deutschland als investmentstärkste Nation. Dahinter reihen sich Israel sowie Irland ein.
Transaktionsvolumen nach Einzelhandelstyp
Auch in Bezug auf die Investorentypen spiegelt sich der Großabschluss in der Statistik wider. So führen „Corporates“ in diesem Ranking die Liste an. Es folgen „Immobilienaktiengesellschaften / REITs“ sowie „offene Immobilienfonds / Spezialfonds“.
Waren in den vergangenen Jahren insbesondere Supermärkte, Discounter, Fachmärkte / Fachmarktzentren unter den Investoren gefragt, hat die anteilige KaDeWe-Übernahme dafür gesorgt, dass nun der Löwenanteil mit 0,86 Mrd. Euro auf Geschäfts-, Kauf- und Warenhäuser entfällt. Die lebensmittelgeankerten Einzelhandelskonzepte der Supermärkte, Discounter, Fachmärkte sowie Fachmarktzentren haben in den ersten drei Monaten ein Volumen von fast 0,5 Mrd. Euro verzeichnet. Shopping-Center liegen nun mit Investments von knapp 0,3 Mrd. Euro ebenso wie die Geschäftshäuser deutlich über dem Vorjahresvolumen. Hier kommt die Euro-Shop Akquisition zum Tragen.
Spitzenrenditen Einzelhandel
Die Spitzenrenditen für Geschäftshäuser sind im ersten Quartal 2023 weiter angestiegen. Die Zunahme bei den Top-5 Städten bewegt sich zwischen 0,10 und 0,20 %-Punkten, womit diese nun von 3,75 % in Berlin und München bis zu 3,90 % in Düsseldorf reichen. In fast allen Märkten ist damit das Niveau des Jahres 2015 erreicht. Im Bereich der anderen Einzelhandelstypen sind die Spitzenrenditen bei lebensmittelgeankerten Einzelhandelskonzepten sowie bei Fachmarktzentren im Quartalsvergleich um 15 Basispunkte auf nun jeweils 4,50 % angestiegen, bei ShoppingCentern ist diese mit 5,30 % vorerst stabil geblieben. In allen Segmenten ist allerdings weiterer Anpassungsdruck vorhanden.
So bleibt die Gesamtsituation für den stationären Einzelhandel herausfordernd. Abnehmende Einzelhandelsausgaben u.a. infolge einer real sinkenden Kaufkraft dürften den Markt zusätzlich belasten. Am wenigsten hiervon betroffen wird unverändert der lebensmitteldominierte Bereich sein und demnach in der Gunst der Investoren weiterhin vorne stehen.
Spitzenrenditen Top-5
Spitzenrenditen nach Einzelhandelstyp