Investmentmarkt Deutschland
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage Deutschlands setzte der gewerbliche Investmentmarkt seine moderate Erholung im dritten Quartal 2024 fort. In den Monaten Juli bis September wurden Investitionen in Höhe von 5,6 Mrd. Euro erfasst, womit das Gesamtvolumen der ersten drei Quartale auf 17,29 Mrd. Euro angestiegen ist. Dies entspricht einem Plus von rund 6,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Q1-Q3 2023: 16,27 Mrd. Euro). Dennoch liegt das aktuelle Ergebnis 50 % unter dem mittelfristigen Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023 (jeweils Q1-Q3: 34,6 Mrd. Euro).
Transaktionsvolumen
Wachstumsimpulse resultieren vor allem aus einem Anstieg bei Einzelverkäufen, die im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 % zugelegt haben. Einzeltransaktionen machten infolgedessen insgesamt 13,35 Mrd. Euro aus, während Portfoliotransaktionen mit 3,94 Mrd. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres lagen (Q1-Q3 2023: 3,98 Mrd. Euro).
Zu den bedeutendsten Einzelverkäufen zählen weiterhin das KaDeWe in Berlin (Verkauf im Milliardenbereich) sowie die Münchener Immobilien „Fünf Höfe“ und „Maximilianstraße 12-14“ (jeweils im dreistelligen Millionenbereich). Zu den größten Transaktionen des dritten Quartals gehören der Kauf des Büroensembles „ROSSIO“ durch die Stadt Köln für rund 270 Mio. Euro sowie der Verkauf eines Logistikobjekts in Dieburg an Clarion Partners Europe im Bereich von 100 Mio. Euro.
Unter den Portfoliotransaktionen dominieren weiterhin Logistikpakete. Hierzu zählen der Verkauf eines 90 %-Anteils von fünf Logistikimmobilien an LaSalle IM für über 300 Mio. Euro sowie der Erwerb eines Portfolios mit acht Logistikobjekten durch Clarion Partners Europe, wovon sich sechs in Deutschland befinden. Im Einzelhandelssegment bewegten sich die erfassten Pakete vornehmlich im zweistelligen Millionenbereich.
Mit der Übernahme eines 80 %-igen Anteils des Burstone-Portfolios durch Blackstone, wovon sich sieben Immobilien in Deutschland befinden, entfällt einer der größten Deals des dritten Quartals ebenfalls auf das Logistiksegment.
Einzelhandelsimmobilien bleiben nach den ersten drei Quartalen die stärkste Assetklasse mit einem Transaktionsvolumen von 4,98 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 5,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Lager- und Logistikimmobilien verzeichneten mit 4,21 Mrd. Euro ein Plus von 5,3 %, was vor allem durch ein Wachstum im Portfoliosegment getragen worden ist (+44,2 % y-o-y). Büroimmobilien liegen mit 4,01 Mrd. Euro ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau (Q1-Q3 2023: 3,91 Mrd. Euro). Investoren agieren bei Bürogebäuden weiterhin zurückhaltend, bedingt durch konjunkturelle und strukturelle Herausforderungen (HomeOffice-Trends und ESG-Anforderungen). „Sonstige Nutzungen“ verbuchen ein Gesamtvolumen von 4,09 Mrd. Euro, wovon 1,04 Mrd. Euro auf Hotelimmobilien entfallen. Damit erzielen Hotels ein Plus von rund 90 % (Q1-Q3 2023: 0,55 Mrd. Euro).
Spitzenrenditen Q3 2024