Transaktionsmarkt Wohnportfolios
Der Transaktionsmarkt für Wohnportfolios* in Deutschland weist auch im zweiten Quartal des Jahres 2023 ein deutlich unterdurchschnittliches Umsatzresultat auf. In den vergangenen drei Monaten sind Wohnportfolios (ab 30 Wohneinheiten) für rund 1,3 Mrd. Euro gehandelt worden. Ein schwächeres Dreimonatsergebnis wurde zuletzt im Jahr 2011 registriert. Zusammen mit dem bereits niedrigen Vorquartalsresultat von rund 2 Mrd. Euro summiert sich das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2023 nun auf knapp 3,3 Mrd. Euro. Auch dies ist das schwächste Resultat seit 2011, infolgedessen sowohl der Fünf- als auch der Zehnjahresschnitt der ersten Halbjahre mit rund 67 bzw. 64 % deutlich unterschritten werden.
Marktüberblick
Transaktionen 2010 – 2023
Mit Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen am Markt ist diese Entwicklung nicht überraschend. Hohe Inflation, steigende Finanzierungskosten, signifikante Baupreiszunahmen und die eingetrübten gesamtwirtschaftlichen Aussichten prägen weiterhin das Marktumfeld, so dass die Transaktionsaktivitäten noch nicht zugenommen haben. Die voneinander abweichenden Preisvorstellungen von potenziellen Käufern und Verkäufern nähern sich zwar an, haben aber noch nicht das Niveau erreicht, aus dem eine wirkliche Marktbelebung resultieren könnte. Allerdings gibt es auch Lichtblicke. Im Gegensatz zum Vorquartal und Vorjahr hat eine Transaktion oberhalb der 500-Millionen-Marke stattgefunden. Vonovia konnte dabei insgesamt 1.350 Neubauwohnungen für rund 560 Mio. Euro an CBRE Investment Management verkaufen. In der Analyse nicht berücksichtigt werden konnte die Beteiligung am über 21.000 Wohneinheiten großen „Südewo“-Wohnportfolio der Vonovia durch den US-Finanzinvestor Apollo.
Unsere Bedingung, dass bei dem Erwerb von Anteilen an einer Objekt- oder Immobiliengesellschaft die Kontrollmehrheit erzielt werden muss, wurde in diesem Fall nicht erfüllt.
Der Großabschluss zwischen Vonovia und CBRE Investment Management beschert der Preiskategorie ab der 500Mio.-Euro-Marke den zweithöchsten Marktanteil von 17,1 %. Den größten Anteil erreicht erneut das Cluster 100 bis 500 Mio. Euro. Dieser liegt nun bei 45,7 % (H1 2022: rund 41,8 %). Das gehandelte Volumen hat sich dabei aber im Vorjahresvergleich von 3 Mrd. Euro auf rund 1,5 Mrd. Euro halbiert. Rückgänge sowohl beim absoluten Transaktionsvolumen als auch bei den Marktanteilen weisen zudem alle Umsatzgrößensegmente zwischen 10 und 100 Mio. Euro auf. In Summe kommen diese nun auf über 1 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang im Jahresvergleich von 74,1 %. Hinzugewonnen hat hingegen die unterste Umsatzklasse mit Transaktionen unterhalb der 10-Mio.Euro-Grenze. Hier sind in den vergangenen sechs Monaten rund 170 Mio. Euro erzielt worden. Dies sind fast 18 % mehr als im ersten Halbjahr 2022. Die Ergebnisse der Vorkrisenjahre werden damit zwar ebenfalls nicht erreicht, allerdings wird deutlich, dass Transaktionsaktivitäten auf dem deutschen Wohnportfoliomarkt derzeit vor allem im unteren Umsatzgrößensegment stattfinden. So wechselten insgesamt auch nur rund 15.000 Einheiten den Eigentümer, was einen Rückgang von über 50 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet.
Transaktionsanzahl nach Investorentyp